Implantologie

Implantatversorgung

Künstliche Zahnimplantate, in der Regel aus Titan (selten Keramik), ersetzen verloren gegangene Zähne zur Weiterversorgung mit Einzelkronen, Brücken oder speziellen Verbindungselementen zur Stabilisierung von herausnehmbarem Zahnersatz. Implantate der Standardgrößen (z.B. ITI® Fa. Straumann) werden von dem mit uns zusammenarbeitenden Kieferchirurgen eingebracht. Nach der erforderlichen Einheilzeit, die von der Knochenbeschaffenheit abhängt, versorgen wir die Implantate mit der passenden Überkonstruktion. Eine Sofortbelastung ohne Einheilzeit ist nur in speziellen Fällen möglich.

 

Mini-Implantate / Sofortbelastung

 

Halt für die „Dritten“ mit sog. Mini-Implantaten

Schonende Implantologie ermöglicht es, zu kauen und zu sprechen wie früher.
Manche Senioren kommen damit zurecht, viele haben Schwierigkeiten, doch leider stellt sie ein Tabuthema dar: die Prothese, die schlecht sitzt. Dabei beeinträchtigt sie den gesamten Alltag und die Beziehungen zu anderen Menschen. Probleme beim Kauen sind an sich schon schlimm genug. Die Genussfähigkeit leidet, und zu den Folgen kann sogar eine generell ungesündere Ernährung zählen. Die typischen Pfeif- oder Zischgeräusche bei F-, S- und SCH-Lauten führen zu Unsicherheiten im Umgang mit anderen Menschen. Soziale Kontakte gestalten sich schwieriger und nehmen ab. Selbst die Angehörigen trauen sich oft nicht so recht, das Thema bei Eltern oder Großeltern anzusprechen.

Woran liegt es eigentlich, wenn eine Prothese im Unter- oder Oberkiefer nicht richtig sitzt, immer wieder schaukelt oder verrutscht? Bei geringer Belastung des Kiefers, naturgemäß vor allem dort, wo keine Zähne (oder Implantate) stehen, kommt es zur Rückbildung der knöchernen Strukturen. Sie flachen ab, und die Prothese findet nicht den nötigen Halt. Selbst mit Haftcreme lassen sich diese Probleme häufig nicht mehr befriedigend lösen.

In dieser Situation liegt der Gedanke an eine implantologische Behandlung nahe. Eine klassische Implantation empfinden viele Patienten jedoch als zeitaufwendig, körperlich anstrengend und kostenintensiv.

Unspektakulärer Eingriff – überzeugender Tragekomfort

Aber es gibt eine gute Alternative: die so genannte minimalinvasive Implantologie, ein im Vergleich zum klassischen Vorgehen kleiner chirurgischer Eingriff, unter Verwendung von 3M ESPE MDI Mini-Implantaten. Diese sind viel schlanker als die bekannten klassischen Implantate und lassen sich aus diesem Grund ohne aufwendige Vorbehandlung in den Kiefer einbringen. Am oberen Ende sind sie mit einem Kugelkopf als Verbindungselement zur Prothese versehen.

Dazu ein Beispiel: Ein Patient mit zahnlosem Unterkiefer entscheidet sich nach der Beratung in der Praxis für dieses Konzept. Der Zahnarzt inseriert unter lokaler Betäubung nach einer kleinen Vorbohrung vier Mini-Implantate, die Mindestanzahl für die Behandlung im Unterkiefer. Größere oder blutende Wunden sind selten, da das Weichgewebe in der Regel nicht aufgeschnitten wird. Es handelt sich um einen vergleichsweise unspektakulären Eingriff.

So mancher Patient war schon überrascht, wie schnell die Sache „über die Bühne“ geht – und zwar in aller Regel in einer einzigen Sitzung.

Die Prothese wird so umgearbeitet, dass sie sich über einen Schnapp-Mechanismus (Druckknopf) einfach herausnehmen und wieder einsetzen lässt. Dazu werden kleine Metallgehäuse in die Prothese eingearbeitet, die über einen elastischen Gummiring fest auf den Kugelköpfen der Implantate aufschnappen. Häufig kann hier sogar die vorhandene Prothese weiter verwendet werden.

Geringe Behandlungsdauer – tragbare Kosten

Speziell bei einer Unterkieferprothese kann der Patient in den meisten Fällen bereits nach einer einzigen Sitzung mit einer stabilisierten Prothese entlassen werden. Er kann dann direkt nach dem Inserieren der Implantate wieder zubeißen und unbeschwert sprechen, wie er es von früher gewohnt ist.

Bei einer Oberkieferprothese wird in der Regel eine Einheilzeit von vier bis sechs Monaten abgewartet. Während dieser Zeit kann der Patient seine Prothese problemlos weiter tragen, und er genießt dabei bereits einen besseren Tragekomfort.

Der finanzielle Aufwand für den Patienten richtet sich selbstverständlich stets nach dem Einzelfall. Um einen groben Anhaltspunkt zu haben: Für die hier beispielhaft beschriebene Stabilisierung einer Unterkieferprothese mit vier Mini-Implantaten ist mit etwa der Hälfte der Kosten für eine klassische Implantatbehandlung zu rechnen.